Determinanten der mobilitätsspezifischen Selbstwirksamkeit bei internationaler Entsendungsmobilität und ihre Bedeutung im Familienkontext

Waibel, S., Rüger, H., Reppenthal, S., Schneider, N. F., & Wiernik, B. M.
In S. Lessenich (Ed.),
Routinen der Krise – Krise der Routinen: Verhandlungen des 37. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Trier 2014 (Vol. 37, no. 91).
(2015) http://publikationen.soziologie.de/index.php/kongressband_2014/article/view/91

[This conference paper presented at the German Society for Sociology (DGS) explores the impact of diplomats’ self-efficacy for international mobility on their well-being while abroad and the environmental factors that support mobility self-efficacy beliefs.]

Das von Albert Bandura in den 1970er Jahren entwickelte Konzept der Selbstwirksamkeitserwartung – das subjektive Vertrauen in die eigenen Kompetenzen – hat  sich als geeignet erwiesen, um zu erklären, warum bestimmte Personen schwierige oder herausfordernde Situationen erfolgreicher meistern als andere. Vor diesem Hintergrund analysiert der Beitrag den Einfluss mobilitätsspezifischer Selbstwirksamkeitserwartungen auf die Bewältigung von berufsbezogener internationaler Mobilität. Am Beispiel der Beschäftigten im diplomatischen Dienst sowie deren Angehörigen wird analysiert, ob die mobilitätsspezifischen Selbstwirksamkeitserwartungen der Beschäftigten einen Einfluss auf die Wahrnehmung von Konflikten zwischen Familien- bzw. Privatleben und beruflicher Mobilität haben. Darüber hinaus wird untersucht, ob innerhalb von Partnerschaften die Selbstwirksamkeitserwartungen eines/einer Partners/Partnerin einen eigenständigen Einfluss auf die Konfliktwahrnehmung des/der anderen Partner/-in haben. Schließlich wird geprüft, welche individuellen und kontextuellen Faktoren die Selbstwirksamkeitserwartungen stärken können. Die Analysen zeigen, dass die mobilitätsspezifischen Selbstwirksamkeitserwartungen der mitziehenden Partner/-innen dominieren und den Beschäftigten dabei helfen, Mobilität erfolgreich zu bewältigen. Individuelle Kompetenzüberzeugungen im Umgang mit intensiver Mobilität erscheinen daher als weiter zu verfolgendes Konzept im Kontext der Mobilitätsforschung.